Donnerstag, 22. Juni 2017

UB Leipzig ist Bibliothek des Jahres 2017

Die UB Leipzig erhält den mit 20.000 Euro dotierten nationalen Bibliothekspreis des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und der Deutschen Telekom Stiftung. Er wird am 24.10.2017, dem "Tag der Bibliotheken", in Leipzig verliehen. Die Preisverleiher betiteln in ihrer gemeinsamen Presseerklärung die UB Leipzig als 'digital autonom, frei zugänglich und innovationsstark'.

Die Auszeichnung "Bibliothek des Jahres" wird in diesem Jahr zum 18. Mal und zum ersten Mal gemeinsam mit der Telekom Stiftung vergeben. Der Wettbewerb stand diesmal unter dem Motto "Innovationen für die digitale Welt". Mit allein 50 Projekten in den vergangenen 15 Jahren arbeitet die UB Leipzig an technologischen Weiterentwicklungen. Als größte Altbestandsbibliothek in den neuen Bundesländern (und außerhalb Berlins) arbeitet die UB Leipzig an der Erschließung ihrer über Jahrhunderte gewachsenen Bestände, vor allem auch digital.

In den vergangenen Jahren hat die UB Leipzig mit EU-Mitteln eine neue technische Infrastruktur geschaffen, die die Bibliothek unabhängig von Monopolprodukten auf dem engen Markt der Bibliothekssoftware macht. Auf Basis von Open-Source-Komponenten und eigenen Weiterentwicklungen sind neu entstanden: "finc" als Suchmaschine für Bibliotheken, "amsl" als Software zur Administration von Lizenzen und "adlr.link" als Plattform für den Fachinformationsdienst der Medien-, Kommunikations- und Filmwissenschaft.

Auch in anderen Bereichen setzt die UB Leipzig konsequent neue Technologien ein und verfolgt Open-Source-Prinzipien und offene Standards. 2016 wurde beispielsweise mit der systematischen Bereitstellung sogenannter interoperabler Daten zu Digitalisaten auf Basis von Linked Data begonnen. Derzeit werden unter anderem moderne Betrachtungssysteme entwickelt, um die Darstellung von Digitalisaten aus komplett unterschiedlichen Quellen unmittelbar nebeneinander zu ermöglichen und so die Digital Humanities zu fördern.

Einzelstücke wie der Codex Sinaiticus - die älteste Bibel der Welt - haben eigene Websites, so auch der berühmte Papyrus Ebers. Für diese 3.500 Jahre alte, vollständig überlieferte medizinische Schriftrolle ist bei der UNESCO der Titel des Weltdokumentenerbes beantragt.

nach der Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 22.06.2017

Bibliotheksforum Bayern 11 (2017) H.2

https://www.bibliotheksforum-bayern.de/fileadmin/archiv/2017-2/BFB-2-2017-Webversion.pdf

Aus dem Inhalt:

Musikbibliotheken in Bayern
Zwischen musikalischen Kostbarkeiten und digitaler Musikwissenschaft: Ein aktuelles Porträt der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek / Jürgen Diet

Von der Musikalischen Volksbibliothek zur größten öffentlichen Musikbibliothek in Deutschland: Die Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek / Bettina Wolff

Bibliotheksverbund Bayern
Bibliotheken – Orte des digitalen Wandels: 16. Verbundkonferenz des Bibliotheksverbunds Bayern / Matthias Groß

Bibliothekspolitik
Der Bayerische Bibliotheksplan als Maßstab für Erlangen? Veranstaltung mit Staatssekretär Bernd Sibler, Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik und FAU-Vizepräsident Dr. Günter Leugering / Anne Reimann und Konstanze Söllner

Digitale Bibliothek
Weg vom „Entweder-oder“ hin zu einer digital-analogen Gesamtstrategie: Interview mit Christoph Deeg / Diana Rupprecht

Facebook in der Bibliothek: Schon seit einigen Jahren ist das Thema Facebook in aller Munde ... / Bettina Winkler

Benutzung
Paradigmenwechsel bei Recherchesystemen durch Semantik und künstliche Intelligenz? Yewno: ein semantischer Discovery Service im Pilotversuch an der Bayerischen Staatsbibliothek / Berthold Gillitzer

Bibliotheksbau
"... nur der Schönheit wegen“: Die Geschichte des Prachttreppenhauses der Bayerischen Staatsbibliothek / Klaus Haller und Annemarie Kaindl

Kurz notiert

Wissenschaftsforscherin Terje Tüür-Fröhlich über Wissenschaftsevaluierung und fehlerhafte Zitationsdatenbanken

Terje, wir kennen uns von zahlreichen Tagungen. Du beschäftigst Dich schon seit längerer Zeit mit Fehlern in Zitationsdatenbanken. Ein Thema, das oft unter den Teppich gekehrt wird, denn diese Datenbanken gelten als objektiv, dienen sie doch der Bewertung von wissenschaftlichen Leistungen. Warum dieses Forschungsthema, und warum "banale" Fehler, was ist an Fehlern "banal"?. ... [mehr] Terje Tüür-Fröhlich antwortet: https://www.heise.de/tp/features/Auch-Pierre-Bourdieu-ist-ein-Indexierungsopfer-3727711.html

Our World In Data

https://ourworldindata.org/

"Our World in Data (OWID) is an online publication that shows how living conditions are changing. The aim is to give a global overview and to show changes over the very long run, so that we can see where we are coming from and where we are today.
Our World in Data communicates this empirical knowledge in two ways:
  1. through data visualizations – charts and maps.
  2. by presenting the academic research on global development that explains what drives the changes that we see and what the consequences of these changes are.
The publication is produced at the University of Oxford and currently created by a team of three: The economist Esteban Ortiz Ospina, the web developer Jaiden Mispy, and the founder of the publication Max Roser.

Our World in Data covers a wide range of topics across many academic disciplines: Trends in health, food provision, the growth and distribution of incomes, violence, rights, wars, culture, energy use, education, and environmental changes are empirically analysed and visualized in this web publication. For each topic the quality of the data is discussed and, by pointing the visitor to the sources, this website is also a database of databases. Covering all of these aspects in one resource makes it possible to understand how the observed long-run trends are interlinked."

Beiträge zur Hochschulforschung - Ausgabe 2/2017

Die Artikel in dieser Ausgabe der Beiträge zur Hochschulforschung befassen sich mit den Gründen für die Überschreitung der Regelstudienzeit aus Sicht der Studierenden, dem fachlichen Hintergrund und dem Führungsstil von Hochschulleitungen, der wissenschaftlichen Produktivität von Professorinnen und Professoren sowie der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie (http://www.bzh.bayern.de/uploads/media/2-2017-gesamt.pdf).

Bundeskartellamt greift Beschwerde gegen Projekt DEAL nicht auf

Bereits Ende Mai hat das Bundeskartellamt entschieden, kein Verfahren gegen das Projekt DEAL einzuleiten. Damit greift die Behörde eine Beschwerde des Börsenvereins des deutschen Buchhandels nicht auf. Dieser hatte DEAL vorgeworfen, seine Marktmacht beim Bezug elektronischer Zeitschriften zu missbrauchen. ... [mehr] http://www.verbaende.com/news.php/Bundeskartellamt-greift-Beschwerde-gegen-Projekt-DEAL-nicht-auf-HRK-Praesident-Verlage-sind-am-Zug?m=116442

Mittwoch, 21. Juni 2017

Strategische Prioritäten der DNB 2017 bis 2020

Die Deutsche Nationalbibliothek hat ihre Digitalisierungsstrategie für die Jahre 2017 bis 2020 aktualisiert. Mit ihr werden mehrere Ziele verfolgt: Zum einen dient die Digitalisierung dem Schutz und Erhalt der originalen Text-, Bild- und Tondokumente des kulturellen Gedächtnisses Deutschlands. Zum anderen sollen mit der Digitalisierung die Sichtbarkeit, der Zugang sowie die Nutzungsmöglichkeiten der eigenen Bestände für Wissenschaft und Forschung, für Bildung und Kultur sowie für die interessierte Öffentlichkeit im In- und Ausland grundlegend verbessert werden. 

Die geplanten Digitalisierungsprojekte der kommenden Jahre sowie die wichtigsten Vorhaben zur Weiterentwicklung und Optimierung von Geschäftsprozessen im Digitalisierungsbereich sind Teil der Strategischen Prioritäten der Deutschen Nationalbibliothek 2017 bis 2020.