Donnerstag, 19. November 2015

Digitalisierung in der UB Tübingen

Bereits seit 2011 werden jährlich rund 50.000 Seiten des historischen Bestandes der UB Tübingen mit Mitteln des Landes digitalisiert. Die Ergebnisse sind über http://idb.ub.uni-tuebingen.de/digitue/tue/ frei im Web verfügbar. Darunter befinden sich so interessante und attraktive Werke wie die Reisetage- und Skizzenbücher des Orientalisten Julius Euting und auch das im vergangenen Jahr entdeckte, aus dem 7. Jahrhundert stammende Koranfragment. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen bequemen Zugriff von zu Hause aus und stellt wichtige Dokumente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung, ohne dass diese dafür extra eine Reise nach Tübingen antreten müssen. Die UB hat das Ziel, die historischen Bestände, bei denen es sich um Unikate handelt, möglichst vollständig digital bereitzustellen. Auch für die Bestände des Universitätsarchivs wird gerade eine Prioritätenliste für die Digitalisierung erstellt.

Seit einem Jahr arbeitet die Universitätsbibliothek zusätzlich bei einem DFG-geförderten nationalbibliographischen Projekt mit, bei dem es darum geht, die im deutschsprachigen Raum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts nicht nur auf hohem bibliographischen Niveau nachzuweisen, sondern sie auch vollständig zu digitalisieren (VD 18). Im Laufe des ersten Projektjahres werden über 2.000 Drucke der Tübinger UB für diese retrospektive Nationalbibliographie aufbereitet. Ein Nachfolgeantrag ist bei der DFG gestellt, denn die UB hat insgesamt über 80.000 Drucke aus dieser Zeit in ihrem Bestand.

Im Rahmen der Open Access Policy der Universität, also dem unbeschränkten und dauerhaften Zugang zu wissenschaftlicher Fachinformation und Literatur, unterstützt die UB aktiv akademische Veröffentlichungen im Netz. Neben der Primärpublikation in Open Access Journalen, die über einen Publikationsfonds gefördert wird, betreibt die UB das Institutional Repository der Universität TOBIAS-lib. Hier können Wissenschaftler ihre Aufsätze auch nach einer Publikation in einer Zeitschrift unter Wahrnehmung ihres Rechts zur Zweitveröffentlichung online stellen. Über die Nutzungsstatistiken des Programms ist dann auch gleich nachvollziehbar, wie oft der entsprechende Aufsatz heruntergeladen wurde. Langfristig plant die UB, möglichst viele der in der Universitätsbibliographie nachgewiesenen Tübinger Publikationen auf diesem Weg auch im Volltext Open Access anbieten zu können.

via Marianne Dörr. „Wenn aus Büchern Dateien werden“. Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 3/2015: Forum).

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