Freitag, 18. August 2017

Rechercheservice der Hans-Böckler-Stiftung zur Ungleichheit in Deutschland

Die häufigsten Fragen rund um Einkommen, Vermögen, Armut und Reichtum beantworten die FAQs Ungleichheit, ein Angebot der Hans-Böckler-Stiftung. Für die Antworten haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) und des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung die relevanten Quellen zusammengefasst. Sie sind auch für Laien verständlich und beschränken sich auf eine Seite inklusive einer zentralen Grafik, deren Daten heruntergeladen werden können.

Alternative Streitbeilegung

Veröffentlichung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages: Alternative Streitbeilegung
https://www.bundestag.de/blob/516774/f20c6b3fb0f7ede773cc005099f749c8/alternative-streitbeilegung-data.pdf

Online-Archiv der Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste: http://www.bundestag.de/analysen

Strategien zur Bekämpfung der Volkskrankheit Demenz

Veröffentlichung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages: Demenzforschung: Strategien zur Bekämpfung der Volkskrankheit Demenz
https://www.bundestag.de/blob/516658/bd74b0eda949a9796ec27978fa828d35/demenzforschung-data.pdf

Das Online-Archiv der Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste findet sich unter http://www.bundestag.de/analysen

Top 10 ranking: These are the largest US publishers

In February, we ran a listing of the country’s largest publishers ranked by print units sold through outlets that report to NPD BookScan. While that approach has its limitations (it doesn’t include e-book sales or sales at outlets that don’t report to BookScan), it does provide a look at how the largest trade publishers below the Big Five stack up. Now, NPD has put together a list that includes e-book sales from its PubTrack Digital service, which aggregates e-book unit sales supplied by more than 450 publishers, including the Big Five. ... [mehr] https://www.publishersweekly.com/pw/by-topic/industry-news/publisher-news/article/74475-npd-top-10-publishers-ranked-by-print-digital-unit-sales-2016.html

Jahresbericht 2016 der UB der Humboldt-Universität zu Berlin online

Der Jahresbericht 2016 der UB der Humboldt-Universität zu Berlin ist online unter https://edoc.hu-berlin.de/handle/18452/18813 zugänglich. 

Zum Inhalt:
  • das Leben in der "Wolke", nachdem die UB der Humboldt-Uni das neue cloudbasierte Bibliothekssystem Alma eingeführt hat;
  •  eine Auswahl von anderen Themen.

Call for Papers für den 107. Bibliothekartag in Berlin

Der Call for Papers für den 107. Bibliothekartag in Berlin ist gestartet. Bis zum 04.12.2017 können Vorschläge für Vorträge, Podiumsdiskussionen, Project Labs und Hands-On Labs eingereicht werden. Das Motto der größten und zentralen Fortbildungsveranstaltung für das deutsche und europäische Bibliothekswesen lautet 2018 "offen & vernetzt".

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Einreichung finden sich unter http://bibliothekartag2018.de/referenten/call-for-papers/. Die Konferenz findet vom 12.06.2018 bis zum 15.06.2018 im Estrel Congress Center in Berlin statt.

Imagefilm "Netzwerk Bibliothek" in der Gesamtversion

Die Gesamtversion des Kampagnenfilms "Netzwerk Bibliothek" fasst die drei Filmteile, die den Blick auf eine jeweils andere Facette der vielfältigen Angebote von Bibliotheken richteten, abschließend in einem einzigen Clip zusammen.

Der erste Teil präsentierte die Bibliothek als Treffpunkt einer lokalen Gemeinde sowie digitalen Community. Dort findet jeder Besucher "seine" Bibliothek. Im zweiten Teil wurden die wissenschaftlichen Bibliotheken als moderne Informations- und Wissensplattformen für Forschende und Studierende in den Fokus gerückt. Der dritte Teil des Imagefilms "Netzwerk Bibliothek" zeigte am Beispiel einer Nutzerin in kurzen, phantasievollen Bildern, wie vielfältig die Bibliothek heute genutzt werden kann. 

Die Gesamtversion kann von Bibliotheken kostenfrei genutzt werden und steht zum Download bereit.

Die Urheberrechtsreform und ihre Auswirkungen auf die Bibliotheken

Kern der Reform ist eine Neusortierung der Wissenschaft und Forschung – und damit auch die Bibliotheken – betreffenden Regelungen im Urheberrecht. Dazu gehören insbesondere:

1. Eine neue zentrale Norm für Bibliotheken

Anders als bisher sind die die Bibliotheken unmittelbar betreffenden Regelungen nicht mehr über eine Vielzahl von Paragraphen über das ganze Urheberrechtsgesetz (UrhG) verstreut. Mit der Ausnahme der Leihe werden die Rechte der Bibliotheken nun in einem ganz neuen § 60e UrhG zusammengefasst. Die Übersichtlichkeit und Verständlichkeit des Gesetzes gewinnen alleine schon durch diese Umstellung erheblich. Der neue Bibliotheks-Paragraph lautet vollständig:
§ 60e Bibliotheken
  • (1) Öffentlich zugängliche Bibliotheken, die keine unmittelbaren oder mittelbaren kommerziellen Zwecke verfolgen (Bibliotheken), dürfen ein Werk aus ihrem Bestand oder ihrer Ausstellung für Zwecke der Zugänglichmachung, Indexierung, Katalogisierung, Erhaltung und Restaurierung vervielfältigen oder vervielfältigen lassen, auch mehrfach und mit technisch bedingten Änderungen.
  • (2) Verbreiten dürfen Bibliotheken Vervielfältigungen eines Werkes aus ihrem Bestand an andere Bibliotheken oder an in § 60f genannte Institutionen für Zwecke der Restaurierung. Verleihen dürfen sie restaurierte Werke sowie Vervielfältigungsstücke von Zeitungen, vergriffenen oder zerstörten Werken aus ihrem Bestand.
  • (3) Verbreiten dürfen Bibliotheken Vervielfältigungen eines in § 2 Absatz 1 Nummer 4 bis 7 genannten Werkes, sofern dies in Zusammenhang mit dessen öffentlicher Ausstellung oder zur Dokumentation des Bestandes der Bibliothek erfolgt.
  • (4) Zugänglich machen dürfen Bibliotheken an Terminals in ihren Räumen ein Werk aus ihrem Bestand ihren Nutzern für deren Forschung oder private Studien. Sie dürfen den Nutzern je Sitzung Vervielfältigungen an den Terminals von bis zu 10 Prozent eines Werkes sowie von einzelnen Abbildungen, Beiträgen aus derselben Fachzeitschrift oder wissenschaftlichen Zeitschrift, sonstigen Werken geringen Umfangs und vergriffenen Werken zu nicht kommerziellen Zwecken ermöglichen.
  • (5) Auf Einzelbestellung an Nutzer zu nicht kommerziellen Zwecken übermitteln dürfen Bibliotheken Vervielfältigungen von bis zu 10 Prozent eines erschienenen Werkes sowie einzelne Beiträge, die in Fachzeitschriften oder wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen sind.
Der Inhalt der einzelnen Absätze entspricht dabei ungefähr den bisherigen bibliotheksbezogenen Regelungen in §§ 52b, 53 und 53a UrhG. Absatz 1 bestimmt, dass Bibliotheken Werke aus ihrem eigenen Bestand sehr umfassend kopieren dürfen, nämlich zu allen Zwecken der Zugänglichmachung, Indexierung, Katalogisierung, Erhaltung und Restaurierung. Die weite Formulierung schließen auch die Digitalisierung von analogem Bestand und die Vervielfältigung von digitalen Beständen ein. Zum elektronischen Bestand gehören dabei auch die „nur“ lizenzierten Bestände bei denen die Daten nicht von der Bibliothek selbst gespeichert werden, was bei digitalen Beständen eher die Regel als die Ausnahme ist. Den Bedürfnissen der digitalen Langzeitarchivierung wird dadurch Rechnung getragen, dass Vervielfältigungen ausdrücklich auch mehrfach und mit technisch bedingten Änderungen erlaubt sind (redundante Speicherungen und Migrationen in andere Datenformate sind somit erlaubt).
Durch Absatz 1 ist nur die Vervielfältigungshandlung als solche legitimiert. Für so gut wie alle praktischen Nutzungen im Bibliotheksalltag werden zusätzliche Rechte benötigt, die in den folgenden Absätzen detailliert geregelt sind. Absatz 2 gestattet es Bibliotheken, zum Zweck einer Restaurierung Vervielfältigungen weiterzugeben. Beispiel: In einem Buch der Bibliothek A fehlen einige Seiten. Bibliothek B darf diese Seiten vervielfältigen und sie der Bibliothek A zuschicken, die damit ihr Exemplar restauriert. Wie bisher dürfen die restaurierten Stücke auch verliehen werden. Neu ist die Klarstellung, dass Bibliotheken die Kopien verleihen dürfen, wenn das Original zerstört ist. Beispiel: Eine Bibliothek digitalisiert ihre alten VHS-Kassetten und brennt die Filme auf DVDs. Die VHS-Kassetten werden zerstört und die DVDs dürfen wie die ursprünglichen Originale verliehen werden. Auch Kopien vergriffener Werke aus dem eigenen Bibliotheksbestand dürfen verliehen werden. Ein Rückschritt gegenüber der bisherigen Regelung (§ 53 Abs. 2 Nr. b UrhG) ist allerdings, dass Kopien von länger vergriffenen Büchern zur Bestandsergänzung nicht mehr hergestellt werden dürfen. Absatz 3 übernimmt den bisherigen § 58 Abs. 2 UrhG. Wie bisher dürfen Bibliotheken zum Zwecke der Ausstellungsdokumentation Vervielfältigungen verbreiten (typischster Anwendungsfall ist hier der Katalog einer Ausstellung). Auch hier gibt es ein paar kleinere Verbesserungen, die aber praktisch eher selten vorkommende Fälle betreffen.
Absatz 4 betrifft die „Terminal-“ oder „Leseplatzschranke“ des bisherigen § 52b UrhG. Hier gibt es leider deutliche Verschlechterungen bei den erlaubten Anschlussnutzungen (Ausdrucken oder Abspeichern). Künftig müssen die Möglichkeiten zum Ausdrucken oder Abspeichern auf maximal 10 % des einzelnen Werks begrenzt werden. Außerdem sind Zeitschriften, die keine expliziten Fachzeitschriften sind (Kioskzeitschriften) und Zeitungen künftig generell ausgenommen. Gerade bei historischen Zeitschriften und Zeitungen ist diese Einschränkung außerordentlich bedauerlich. In der Praxis wird auf den entsprechenden Gesamtvertrag mit der VG Wort zu gewartet werden müssen, um Kosten und Nutzen der Norm für die Bibliotheken abwägen zu können.
Absatz 5 schließlich regelt den Dokumentenversand, der bisher in § 53a UrhG geregelt war. Hier gibt es eine Reihe von Änderungen, die sehr praxisrelevant sein werden. Am erfreulichsten ist, dass die bisherige Beschränkung auf Lieferung per Post oder Fax entfällt. Künftig darf selbst dann elektronisch geliefert werden, wenn es parallel ein angemessenes Verlagsangebot gibt. Die bisherige hohe Prüfaufwand, der viele Bibliotheken davon abgehalten hat, überhaupt per E-Mail zu liefern, entfällt. Es dürfen künftig alle Vorlagen nach Absatz 1 digitalisiert und dann gemäß Absatz 5 elektronisch versendet werden, auch solche aus lizenzierten elektronischen Ressourcen. Allerdings wurde dafür der Umfang der erlaubten Ausschnitte aus Werken (Büchern, Filmen…) gegenüber dem derzeitigen Stand verkleinert. Künftig dürfen nur noch maximal 10% von Werken (bisher 15%) oder ganze Aufsätze aus Fachzeitschriften auf geliefert werden. Außerdem darf künftig nur noch zu nicht-kommerziellen Zwecken versendet werden. Ein noch größeres Problem dürfte sein, dass ein Dokumentenversand aus Zeitungen und Kioskzeitschriften künftig generell nicht mehr erlaubt ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in Zukunft also keine legale Möglichkeit, Presseartikel zu bekommen, zu denen es keine passenden Lizenzangebote gibt - was gerade bei historischen Zeitungen und Zeitschriften häufig der Fall sein dürfte.

2. Vorrang des Gesetzes vor abweichenden vertraglichen Vereinbarungen

Neben dem zentralen Bibliotheksparagraphen § 60e UrhG gibt es noch eine Reihe von weiteren Normen, die nicht nur Bibliotheken betreffen, aber auch für diese relevant sind. Dabei ist zunächst § 60g UrhG zu nennen. Dort ist erstmalig eindeutig festgelegt, dass die sich aus dem Urheberrecht ergebenden Erlaubnisse („Schranken“) vertraglichen Vereinbarungen vorgehen. Unabhängig davon, was in irgendeinem Vertrag stehen mag (Kopierverbot, keine Fernleihe erlaubt…), gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Diese Klarstellung im Gesetz erleichtert die bibliothekarische Praxis sehr, weil damit auch die entsprechenden Prüfpflichten entfallen. Die einzigen Ausnahmen von diesem Prinzip, die praktisch aber jeweils wenig Relevanz haben dürften, sind: Verträge, die ausschließlich (!) die Anzeige an Terminals (§ 60e Absatz 4 UrhG) zum Gegenstand haben, gehen der gesetzlichen Regel vor. Verträge, die ausschließlich (!) einen Dokumentenversand (§ 60e Absatz 5 UrhG) zum Gegenstand haben, gehen ebenfalls vor. (Das betrifft nur Verträge, wie den subito-Vertrag, bei dem die Dokumentenlieferung tatsächlich Hauptgegenstand ist. Irgendwelche Vertragsklauseln im Rahmen von Lizenzverträgen von Datenbanken oder Zeitschriften können den Dokumentenversand dagegen nicht wirksam zu Lasten der Nutzer abweichend vom Gesetz regeln.)

3. Pauschalzahlungen an Verwertungsgesellschaften

Das Prinzip, dass für nahezu alle Nutzungen von urheberrechtlich geschützten Werken in der einen oder anderen Form an die Rechteinhaber Entschädigungen über Verwertungsgesellschaften zu zahlen sind, wird beibehalten (§60h UrhG). Ausgenommen von den Zahlungspflichten sind die Vervielfältigungen der Bibliotheken für ihre eigene Zwecke (§60e Abs. 1 UrhG (s.o.)). Weil aber für solche Vervielfältigungen auch bisher in der Regel nicht direkt (als Betreiberabgabe) gezahlt wurde, wird sich das in der Bibliothekspraxis kaum bemerkbar machen. Die entscheidende Neuerung liegt auch nicht so sehr darin, für welche Nutzungen künftig gezahlt werden wird. Erstmalig ist explizit festgelegt, dass „eine pauschale Vergütung oder eine repräsentative Stichprobe“ zur Ermittlung der Nutzung genügt. Die insbesondere Ende letzten Jahres bei den digitalen Semesterapparaten (§ 52a UrhG) diskutierten Einzelmeldepflichten wird es daher nicht geben. Es steht auch nicht länger zu befürchten, dass die Einzelmeldepflichten auf weitere Nutzungen ausgeweitet würden.

4. Text- und Datamining

Wissenschaftler erhalten künftig das Recht, Datenbanken, Zeitschriften und andere urheberrechtlich geschützte Werke, zu denen ein legaler Zugang besteht – typischerweise über eine Lizenz der Bibliothek – nicht nur Artikel für Artikel, sondern auch übergreifend automatisiert auszulesen, zu speichern und auszuwerten (§ 60d UrhG). Die Daten können dabei auch aus verschiedenen Quellen stammen, z.B. von unterschiedlichen Verlagen. Wichtig ist hier insbesondere die gesetzliche Klarstellung, dass die auszuwertenden Inhalte (z.B. Aufsätze) systematisch aus Datenbanken heraus vervielfältigt werden dürfen.
Für Bibliotheken ist diese neue Norm in zweierlei Hinsicht relevant. Zum einen erfolgt der nötige legale Zugang in der Regel über die jeweilige Bibliothek. Da die üblichen Datenbankzugänge für ein automatisiertes Lesen in der Regel aber nicht sehr geeignet sind (etwa, weil sich nur Einzelartikel als PDF exportieren lassen), könnten zusätzliche Verhandlungen mit den Verlagen gefragt sein, um die Daten auch in besser maschinenlesbaren Formaten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Einen entsprechenden Anspruch gegen die Verlage gibt es allerdings nicht. Zum anderen sind Bibliotheken (zusammen mit Archiven und ähnlichen Einrichtungen) exklusiv berechtigt, die ausgelesenen Daten dauerhaft zu speichern, um eine spätere Nachprüfung zu ermöglichen. Die beteiligten Forscher dagegen müssen die lokal gespeicherten Daten nach Abschluss des Forschungsprojektes löschen.
Beispiel: Eine Wissenschaftlerin will die Bedeutung von wissenschaftlichen Modethemen für die Zitationshäufigkeit untersuchen. Über ihre Hochschulbibliothek hat sie Zugang zu den Datenbanken „Web of Science“ und „Scopus“. Sie liest aus beiden Datenbanken die für ihr Projekt relevanten Daten aus, führt die Daten in einer neuen Datenbank („Korpus“) zusammen und macht eine vergleichende Analyse. Nach Abschluss ihrer Forschungen muss sie die Daten löschen. Vor der Löschung übergibt sie eine Kopie des Korpuses ihrer Bibliothek, die diese exklusiv zur Nachprüfung der Forschungsergebnisse dauerhaft speichern darf.

5. Digitale Semesterapparate (ehemals § 52a UrhG)

Im Gesetzgebungsverfahren besonders umstritten waren die „Digitalen Semesterapparate“, die bisher in § 52a UrhG geregelt waren. Hier gibt es ein paar Änderungen. Der bisherige § 52a UrhG wird aufgehoben. Die Semesterapparate sind künftig, inhaltlich gleich, getrennt für Lehre (§ 60a Abs. 1 UrhG) und für Forschung (§ 60c Abs. 1 UrhG) geregelt.
Es ist künftig erlaubt, bis zu 15% von Werken passwortgeschützt den Teilnehmern einer Lehrveranstaltung oder eines Forschungsprojekts zur Verfügung zu stellen (bisher: 12% für Unterricht / 25% für Forschung). Vergriffene Werke dürfen sogar ganz genutzt werden. Ganze Aufsätze aus Fachzeitschriften, einzelne Abbildungen oder ähnliche kleine Werke sind weiterhin erlaubt. Auch Ausdrucken und Abspeichern bleiben erlaubt. Eine wesentliche Einschränkung gegenüber der jetzigen Rechtslage ist allerdings, dass Artikel aus Zeitungen oder Kioskzeitschriften künftig nicht mehr in Semesterapparaten genutzt werden dürfen.
Im Vorfeld der Reform besonders umstritten war, ob für die Abrechnung mit der VG Wort eine Einzelmeldung der eingestellten Texte erforderlich ist. Der Bundesgerichtshof hatte § 52a UrhG dahingehend ausgelegt. Auf dieser Grundlage ist dann ein Rahmenvertrag mit der VG Wort ausgehandelt worden, der von den Hochschulen als viel zu aufwendig heftig kritisiert wurde. Der Gesetzgeber hat sich dieser Kritik nun implizit angeschlossen und bestimmt, dass die Abrechnung pauschal oder nach Stichprobenerhebungen zu erfolgen hat. Wie genau die Abrechnungsmodalitäten künftig sind - und ob die Zahlungen wie früher direkt aus den Landeshaushalten oder künftig aus den Hochschuletats erfolgen -, wird in den nächsten Wochen zwischen Kultusministerkonferenz und VG Wort ausgehandelt werden. Schon jetzt steht aber fest, dass es jedenfalls keine Einzelmeldepflichten mehr geben wird.
Ähnlich umstritten wie die Einzelmeldepflichten war die Frage, ob „angemessene“ Vertragsangebote von Verlagen die Verwendung in digitalen Semesterapparaten hindern könnten. Der Gesetzgeber hat auch diese Frage zu Gunsten von Wissenschaft und Lehre geklärt: Verträge oder gar nur Vertragsangebote sind gegenüber dem Gesetz nachrangig. Eine Prüfung, ob es solche Angebote gibt, kann daher künftig unterbleiben (s.o.).

6. Evaluation und Befristung

Alle geschilderten Neuregelungen sollen vier Jahre nach Inkrafttreten evaluiert werden. Sollte der Gesetzgeber nicht spätestens danach erneut tätig werden, würden die Regeln 2023 automatisch wieder außer Kraft treten.

7. Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek und die Pflichtexemplarbibliotheken, soweit sie einen digitalen Sammelauftrag haben, erhalten einige neue Kompetenzen. Am wichtigsten ist dabei das Recht, Werke, die unter den jeweiligen Sammelauftrag fallen, aus dem freien Internet auch ohne aufwendige Anfrage den jeweiligen Rechteinhabern zu harvesten (d.h. aus dem Internet systematisch und automatisiert „einzusammeln“). Diese Bibliotheken dürfen das auch für andere Pflichtexemplarbestände tun. Damit ist es künftig erlaubt, dass die Nationalbibliothek zentral harvestet und gesammelte Medien dann entsprechend der Sammelaufträge an die jeweilige Landesbibliothek übermittelt.
Außerdem werden die Pflichtexemplarbibliotheken ermächtigt, Zitationsnachweise zu speichern und unter einer dauerhaften Internetadresse zugänglich zu halten, falls die dauerhafte Nachprüfbarkeit der Zitate nicht auf anderem Wege (einschließlich über kommerzielle Datenbanken) gewährleistet werden kann.

Rund 100.000 Euro Förderung für Erhalt von schriftlichem Kulturerbe in der SPK

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz erhält aus dem „Sonderprogramm 2017 zur Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes“ des Kulturstaatsministeriums eine Förderung von 50.000 Euro zum Schutz der „Ostpreußischen Folianten“. Rund 40.000 Euro erhält die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin für die Restaurierung und Konservierung einer Sammlung von Schriftkunst in einem Modellprojekt der Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts (KEK). In beiden Fällen werden die Fördermittel durch Eigenmittel ergänzt. 

Die rund 16.800 Ostpreußischen Folianten (16.-18.Jh.) des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz sind unschätzbar reiche Quellen für die Geschichte des Herzogtums, dann Königsreichs Preußens bzw. der späteren Provinz Ostpreußen. Sie stammen aus den Registraturen von Königsberger Behörden, die ihr Schriftgut nach alten Traditionen in solchen „Folianten“ organisierten, einer Übergangsform zwischen spätmittelalterlichen Amtsbüchern und frühneuzeitlichen Akten. Damit haben sie auch formal großen archivgeschichtlichen Wert. Derzeit stehen sie in langen Reihen im Magazin des GStA PK.  

Die Bestandsgruppe „Schriftkunst“ in der Kunstbibliothek wurde in den Jahren 1880-1930 aufgebaut. Als Vorbildersammlung für Typographie und Schriftgestaltung umfasst sie Beispiele für Schrift als künstlerische Ausdrucksform. Der konservatorische Zustand der Objekte lässt eine Benutzung im Studienbetrieb in den meisten Fällen nicht mehr zu, obwohl die Sammlung bis heute für Forschung und Lehre vorgesehen ist, insbesondere für den Studiengang „Visuelle Kommunikation“. 

Insgesamt fließen in diesem Jahr Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro in den Erhalt von Originalen in Archiven und Bibliotheken.

E-Book-Quartalsbericht: Kaufintensität steigt weiter, Käuferzahl geht zurück

E-Book-Käufer legten im ersten Halbjahr 2017 erneut mehr Titel in ihren Warenkorb als im Vorjahreszeitraum. Die Kaufintensität bei E-Books am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) stieg im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen 2016 um 15,2 Prozent. Wer E-Book-Käufer ist, erwarb in der ersten Jahreshälfte 2017 5,7 E-Books (2016: 4,9; 2015: 4,8). Zugleich ging die Käuferzahl um 12,3 Prozent auf nun 2,5 Mio. Käufer zurück. 

Durch die hohe Kaufintensität stieg der Absatz leicht um 1 Prozent. Die Umsätze mit E-Books am Publikumsmarkt gingen in den ersten beiden Quartalen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent zurück. Das liegt unter anderem daran, dass Käufer durchschnittlich 4,4 Prozent weniger pro E-Book bezahlten. Der Umsatzanteil bleibt mit 5,4 Prozent konstant. 

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels meldet in Kooperation mit GfK Entertainment vierteljährlich die Entwicklung auf dem E-Book-Markt. Die Hochrechnungen der E-Book-Absätze und -Umsätze stammen aus dem GfK Consumer Panel Media*Scope Buch mit insgesamt 25.000 Personen. Sie sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren, für insgesamt 67,7 Mio. Menschen. Die Quartalszahlen sind als Infografiken auch unter http://www.boersenverein.de/ebook-markt zu finden.

Jahresbericht 2016 der Verbundzentrale des GBV wurde veröffentlicht

Der Jahresbericht 2016 der Verbundzentrale des GBV wurde als PDF veröffentlicht. Alle Jahresberichte seit 1996 stehen in elektronischer Form unter http://www.gbv.de/Verbundzentrale/Publikationen/06Publikationen_1544 zur Verfügung.

Hesse-Museum in Calw wird umgestaltet

Das Hermann Hesse Museum in Calw wird neu gestaltet: Bis 2021 sollen die Umbaumaßnahmen abgeschlossen und die neue Dauerausstellung eingerichtet sein. Als Budget stehen dafür rund 400.000 Euro zur Verfügung. Mit 80.000 Euro aus Landesmitteln fördert die Marbacher Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg das Projekt.

In neun Themenräumen soll die enge Beziehung von Biografie und Werk Hesses präsentieret werden. Die neue Konzeption haben die Leiterin der Calwer Museen, Felicitas Günther, und ihr Stellvertreter Timo Heiler entwickelt. Die Ausstellung löst die von Hesse-Lektor Volker Michels entworfene, 1990 eröffnete Dauerausstellung ab. Geplant wird sie in Zusammenarbeit mit der Hesse-Erbengemeinschaft und der Internationalen Hermann Hesse Stiftung. Fachlich wird sie durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach unterstützt.

Rede Clara Zetkins zur Eröffnung des neu gewählten Reichstags am 30.08.1932

Hinweis des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) auf den 85. Jahrestag der Rede der Alterspräsidentin Clara Zetkin zur Eröffnung des neu gewählten Reichstags am 30. August 1932 mit einem Videozitat sowie zwei Hörzitaten aus der Rede (http://www.dra.de/online/hinweisdienste/ereignis/2017/august30.html).

Digitale Semesterapparate für Unis gesichert

Hochschulen können auch im kommenden Wintersemester digitale Semesterapparate nutzen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort haben sich jetzt darauf geeinigt, dass die Hochschulen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke weiter pauschal vergüten dürfen. Das gibt die Hochschulrektorenkonferenz bekannt. Deren Präsident Horst Hippler zeigt sich in einer Erklärung „erleichtert“, dass die digitalen Semesterapparate für das Wintersemester „gerettet“ sind. ... [mehr] http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-um-verguetung-digitale-semesterapparate-fuer-unis-gesichert/20196752.html

dazu auch: Der Vorsitzende der Kommission "Bibliothekstantieme", Staatsrat Kück, hat mit einem Schreiben vom 10.08.2017 über die Verständigung von KMK und VG Wort informiert, dass für die gesetzlich erlaubte Nutzung von Schriftwerken in den digitalen Semesterapparaten der Hochschulen und sonstigen Wissenschaftseinrichtungen nach § 52a UrhG für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2018 eine pauschale Vergütung gezahlt wird. Die Höhe der angemessenen Vergütung soll auf der Basis einer gemeinsam abzustimmenden Erhebung ermittelt werden. Weitere Informationen: http://www.bibliotheksverband.de/dbv/vereinbarungen-und-vertraege/urheberrecht-gesamtvertraege.html

Historiker-Team der Universität Siegen erforscht die NS-Vergangenheit des Bundeskanzleramts

Die Bundesregierung lässt die NS-Vergangenheit zentraler Behörden in Deutschland erforschen und fördert zu diesem Zweck zehn Projekte. Eines der Forschungsprojekte ist an der Universität Siegen angesiedelt und richtet den Blick auf das Bundeskanzleramt. Historiker der Universität Siegen analysieren in den kommenden Jahren die Praktiken des Bundeskanzleramts in der Nachkriegszeit. Der Titel ihres Projekts lautet: „Kontaktzone Bonn: Praktiken öffentlicher Kommunikation und Verlautbarung in der frühen bundesrepublikanischen Mediendemokratie (1949-1969)“. Das Forschungsprojekt wird mit 250.000 Euro gefördert.

Samstag, 12. August 2017

Linden-Museum untersucht seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus

Von April 2016 bis März 2017 untersuchte das Stuttgarter Linden-Museum die eigene Sammlungsgeschichte während der nationalsozialistischen Herrschaft im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945. Bei der überwiegenden Mehrzahl der untersuchten Objekte fanden sich keine Hinweise auf unrechtmäßigen Erwerb.

Ein NS-verfolgungsbedingter Hintergrund konnte jedoch  für eine Schenkung definiert werden: Dabei handelt es sich um Adolf Grünwald (1881-1961), einen Stuttgarter Kaufmann jüdischer Herkunft. Er hatte im Jahr 1937 unter dem Verfolgungsdruck der Nazis 33 Objekte aus Ostasien im Zuge seiner Auswanderungsvorbereitungen dem Linden-Museum überlassen. Da die Schenkung Grünwalds in einer Zwangslage erfolgte, handelt es sich um einen unrechtmäßigen Erwerb von Kulturgut. Damals musste Grünwald unter dem Druck der Judenverfolgung mit seiner Familie emigrieren. Während die Familie Ende 1937 ihre Ausreise plante, Dinge für den Umzug packte und die Spedition Schenker & Co. mit dem Transport beauftragte, entschied Grünwald sich, eine Privatsammlung an ethnologischen Objekten, Büchern und Fotos an das Linden-Museum abzugeben. Anfang 1938  wanderte die Familie über Zürich, Wien und Genua nach Brasilien aus. 1939 verlor die Familie ihre deutsche Staatsangehörigkeit und wurde ausgebürgert. Damit mussten sie als Staatenlose in Brasilien ein neues Leben beginnen.

Freitag, 11. August 2017

Momente 3/2017 - Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg

Inhalt der Ausgabe

Beiträge
  • Martin Luther in Heidelberg
    Wie sein persönliches Auftreten 1518 die Reformation im südwestdeutschen Raum prägte
  • Lesen, Reden, Predigen
    Wie sich die reformatorische Bewegung am Oberrhein verbreitete
  • Mönche wurden Bürger
    Die frühe Reformation stellte in Konstanz die Stadtgesellschaft auf den Kopf
  • Die Reformation der Familie
    Luthers Ansichten veränderten auch im Südwesten die Geschlechterbeziehungen und das Familienbild
  • Eine schrecklich reformierte Familie
    Die Grafen von Hohenlohe im Zeitalter der Reformation
  • Medien in der Reformation
    Die Reformation als Medienereignis beeindruckt in unterschiedlichen Formen und Formaten
Bildwelten
  • „Reformierte“ Bildwelten im frühen 16. Jahrhundert
    Mit der Reformation wechselten auch die Bildwelten vom Mittelalter in die Neuzeit
Land&Leute
  • Martin Frecht
    Ein oft vergessener Ulmer Reformator (1494 –1556)
  • Wibrandis Rosenblatt
    Die Familienfrau (1504 –1564) war Frau und Witwe mehrerer Reformatoren
Auf Spurensuche
  • „ein bogen papyr und ein wenig dinten“
    Eine neue Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften erschließt die Briefwechsel von südwestdeutschen Theologen (1550–1620)
Säurefrei
  • Freiheit – Wahrheit – Evangelium
    Das Hauptstaatsarchiv Stuttgart entwickelte aus dem umfangreichen Quellenmaterial zur Reformation eine Ausstellung.
Museumsland
  • Offen für die Digitalisierung
    Museen müssen sich eine Strategie überlegen
Buchtipps
  • Industrialisierung im Nordschwarzwald
  • Kirche und Politik am Oberrhein im 16. Jahrhundert
    Reformation und Macht im Südwesten des Reiches
  • Julius Echter 1545 – 1617
  • „Armer Konrad“ und Tübinger Vertrag im interregionalen Vergleich
    Fürst, Funktionseliten und „Gemeiner Mann“ am Beginn der Neuzeit
  • Seewein
    Weinkultur am Bodensee
Ausstellungen & Aktuelles
Ausflug in die Geschichte

TATuP – Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis zum Thema „Open Science zwischen Hype und Disruption“ erschienen

Das Heft 1-2/2017 der Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis zum Thema "Open Science zwischen Hype und Disruption" ist erschienen. 
 
Das vom Institut für Technikfolgenabschätzung undSystemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgegebene Journal erscheint zum ersten Mal grafisch und inhaltlich runderneuert im Münchner oekom verlag. Ein Begutachtungsverfahren garantiert hohe wissenschaftliche Qualität und verständliche Sprache. TATuP erscheint dreimal jährlich sowohl gedruckt als auch online.
Alle Artikel stehen unter http://www.tatup.de/?journal=tatup Open Access zur Verfügung.

vgl. auch den Artikel auf der Website des KIT: Relaunch: TATuP im neuen Gewand

Yougov-Studie: Die Mehrheit liest lieber gedruckt als digital

An Studien herrscht bekanntlich kein Mangel, insbesondere zum Lese- und Medienverhalten gibt es zahlreiche Umfragen. Jetzt hat der Energieriese Eon das Meinungsforschungsinstitut Yougov beauftragt, den Deutschen die Gretchenfrage zu stellen: Bücher lieber gedruckt oder digital? Das Ergebnis kann einem Stromversorger eigentlich nicht gefallen: 76% der Deutschen bevorzugen die klassischen Print-Ausgaben statt auf digitale Geräte wie E-Book-Reader, Tablet oder Smartphone zurückzugreifen. Gerade einmal 14% der Befragten haben im Urlaub einen E-Book-Reader dabei, 4% lesen auf dem Tablet und immerhin noch 2% auf dem Smartphone.... [mehr] https://www.buchreport.de/2017/08/10/yougov-studie-die-mehrheit-liest-lieber-gedruckt-als-digital/

Donnerstag, 10. August 2017

Rund 400.000 Euro für 22 Kunst- und Kulturprojekte vom Land Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg unterstützt mit dem Innovationsfonds Kunst 22 Projekte zur Begegnung und Vermittlung von Kulturen und zur Integration von Geflüchteten. Für die beiden Förderlinien „Interkultur“ und „Kulturprojekte zur Integration und Partizipation von Flüchtlingen“ stehen insgesamt rund 400.000 Euro bereit. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst stellt den Betrag zur Verfügung. Förderungen gehen nach Esslingen, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Lörrach, Mannheim, Oberkirch, Offenburg, Singen, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Waiblingen. 

Unterstützt werden aus dem Innovationsfonds Kunst künstlerische und kulturpädagogische Vorhaben, die auf besondere Weise der Lebenssituation von Migranten und geflüchteten Menschen Rechnung tragen und die Begegnung und Vermittlung von Kulturen zum Inhalt haben. Dazu gehören insbesondere auch Kunst- und Kulturprojekte, die Kooperationen und Vernetzungen fördern, den Fokus auf Teilhabe richten sowie nachhaltige Strukturen aufbauen wollen. 

Nachlass des Philosophen Werner Marx geht an das DLA Marbach

Als Stiftung wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach (DLA) ein Teilnachlass des Philosophen Werner Marx (1910-1994) übergeben. Der Bestand enthält seine Korrespondenzen unter anderen mit Hans-Georg Gadamer, Martin Heidegger, Karl Jaspers, Hans Jonas, Karl Löwith, Wilhelm Szilasi und Ernst Tugendhat.

Der studierte Jurist musste 1933 emigrieren, promovierte in New York bei dem ebenfalls emigrierten Philosophen Karl Löwith über Aristoteles und lehrte ab 1949 an der New School for Social Research in New York City. 1964 wurde er auf den Lehrstuhl Martin Heideggers an der Universität Freiburg berufen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Heidegger und die Tradition (1961), Vernunft und Welt (1970), Hegels Phänomenologie des Geistes (1971) und Die Phänomenologie Edmund Husserls (1987).

Recht, Bibliothek, Dokumentation – RBD

Die Zeitschrift Recht, Bibliothek, Dokumentation – RBD. Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Juristisches Bibliotheks- und Dokumentationswesen (AjBD) erscheint – mit ihren Vorgängern – seit 1971. Ein Archiv der Zeitschrift wurde von der Firma Makrolog erstellt und online zur Verfügung gestellt (Archiv der RBD 1971-2014).

Schweizer Bundesrecht ab 1948 online

Das Schweizerische Bundesarchiv hat bereits im Februar 2017 die Bereinigte Sammlung und die Amtliche Sammlung des Bundesrechts von 1948 bis 1998 in den drei Amtssprachen online gestellt. Die Sammlungen sind eine zentrale juristische und historische Quelle: Zusammen bieten sie einen vollständigen historischen Überblick über die Entwicklung des Bundesrechts seit 1948. 
 
Die Amtliche Sammlung ist das Publikationsorgan für die in Kraft gesetzten Erlasse des Bundesrechts. Sie enthält die Bundesverfassung, Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Verordnungen, völkerrechtliche Verträge und Verträge zwischen Bund und Kantonen. Sie erscheint bis heute jede Woche und umfasst in den Jahren 1948-1998 pro Sprache insgesamt 2.620 Nummern und über 22.000 Erlasse. Die Ausgaben ab 1998 sind auf der Website der Bundeskanzlei publiziert. 

Die Bereinigte Sammlung vereinigt das am 1. Januar 1948 gültige Bundesrecht. Die 15-bändige Bereinigte Sammlung ordnete die damals bestehenden bundesrechtlichen Erlasse erstmals nach Themen. 

Auf der Plattform http://amtsdruckschriften.ch stehen nun die Originaltexte der beiden Sammlungen als PDF zur Verfügung. Mit ihnen können einzelne Versionen von Erlassen rekonstruiert und Änderungen nachverfolgt werden. Mit dem XML-Format auf http://opendata.swiss lassen sich die Daten zudem maschinell auswerten und mit anderen Informationen kombinieren.