Mittwoch, 8. Februar 2017

Schweizer Buchmarkt: Absatzrückgang schlägt zu Buche

Nachdem der Schweizer Branchenverband SBVV im Januar 2017 bereits ein erstes Negativ-Fazit für das Geschäftsjahr 2016 gezogen hat, legt er nun einen detaillierteren Befund vor:
  
  • Umsatz: Gemäss den Zahlen von GfK Entertainment ging der Gesamtumsatz mit Büchern im Deutschschweizer Buchhandel 2016 gegenüber dem Vorjahr um 4,2% zurück.
  • Absatz: Die Umsatzrückgänge sind vor allem auf den Rückgang der Anzahl verkaufter Bücher um durchschnittlich 5,8% zurückzuführen. Besonders ins Gewicht fallen dabei die Einbrüche beim Taschenbuch (–10%) und beim Hörbuch (–7%). Leicht zulegen konnte gegenüber 2015 der Bereich Kinder- und Jugendbuch (+1%).
  • Warengruppen: Von den rund 15 Mio Büchern, welche in der Deutschschweiz 2016 im stationären Buchhandel oder online gekauft wurden, sind rund ein Drittel Romane. Dahinter folgen Kinder- und Jugendbücher (22%), Ratgeber (15%), Sach- und Reisebücher (je 8%).
  • E-Books: Der SBVV schätzt, dass der Umsatzanteil der elektronischen Bücher im gesamten Publikumsmarkt knapp unter 10% liegt.
  • Buchpreise: Die Preise haben sich 2016 nach dem währungsbedingten Einbruch von fast 6% im Vorjahr leicht erholt. Der Durchschnittspreis eines in der Schweiz verkauften Buches über alle Sparten und Editionsformen hinweg (Hardcover, Taschenbuch, Hörbuch, aber ohne E-Book) betrug im vergangenen Jahr 20,25 Franken (gegenüber 19,85 Franken im Vorjahr).
  • E-Commerce: Seit knapp drei Jahren unverändert ist der Anteil der Online-Umsätze im Buchhandel: Gemäss SBVV-Schätzungen wird rund jedes vierte gedruckte Buch übers Internet bestellt.
  • Währungseffekt: Der anhaltend hohe Frankenkurs macht die Marktsituation für die mit dem Euro-Raum eng verflochtene Schweizer Buchbranche weiterhin schwierig. Das gilt sowohl für den Handel als auch für die exportierenden Verlage. Die Schweizer Verlage konnten ihren Umsatzanteil an den verkauften Büchern im Sortimentsbuchhandel gegenüber dem Vorjahr bei 18% halten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass über 80% der verkauften Bücher aus Deutschland importiert wurden.
  • 10-Jahres-Trend: Die Umsatzverluste im Deutschschweizer Buchhandel kumulieren sich in den letzten knapp zehn Jahren auf rund 23 Prozentpunkte.
via https://www.buchreport.de/2017/02/07/absatzrueckgang-schlaegt-zu-buche/

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