Freitag, 9. Februar 2018

Bibliotheca Palatina ist digital wiedervereint

Eine der wertvollsten Sammlungen von Handschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit – die Bibliotheca Palatina – ist nach jahrhundertelanger „Trennung“ virtuell wiedervereint worden (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/de/bpd/index.html). Dazu hat die UB Heidelberg nicht nur die deutschsprachigen Handschriften in ihrem eigenen Bestand digitalisiert, sondern auch die lateinischen Codices der Bibliotheca Palatina, die sich seit fast 400 Jahren in der Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom befinden. Die Realisierung dieses bedeutenden Großprojektes ermöglichte die Manfred-Lautenschläger-Stiftung. Zum Abschluss der Digitalisierung findet am 15.02.2018 ein Festakt statt.Um die "Wiedervereinigung" virtuell zum Abschluss zu führen, begründeten die Universität Heidelberg und der Vatikan eine auf mehrere Jahre angelegte Kooperation. Dank der Finanzierung durch die Stiftung konnte ein Digitalisierungsstudio der UB im Vatikan aufgebaut und betrieben werden, um damit die lateinischen Codices zu erfassen. 

Der Bibliotheca Palatina ging bereits, bevor Papst Gregor XV. sie im Dreißigjährigen Krieg als Beute reklamierte und 1623 in den Vatikan überführen ließ, eine lange Geschichte voraus. Über fast 250 Jahre war sie aus zwei Quellen erwachsen – den fürstlichen Sammlungen auf dem Heidelberger Schloss und den Bibliotheken der 1386 gegründeten Universität Heidelberg. Mit Ausnahme der deutschsprachigen Codices, die 1816 zurückerstattet wurden und nach Heidelberg zurückkehrten, bildet die Palatina bis heute einen Grundstock der Vatikanischen Bibliothek in Rom. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde sie als der „beste Schatz aller Gebildeten in Deutschland“ bezeichnet. Als Universalbibliothek umfasst sie neben theologischen, philologischen, philosophischen und historischen Werken auch medizinische, naturkundliche und astronomische Texte. Damit ist sie bis heute für eine Vielzahl von Wissenschaftsdisziplinen interessant. Der nunmehr digitalisierte Kernbestand von rund 3.000 Handschriften ist über das Internet für jedermann zugänglich.

via https://idw-online.de/de/news688989

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