Dienstag, 13. Februar 2018

Mächtig. Weiblich: Mächtige Frauen haben mit Rollenklischees zu kämpfen / Barbara Tóth

Über Frauen an der Macht und ihre Stilisierung zu schreiben ist nie einfach. Schnell setzt man sich dem Vorwurf aus, man würde eine erfolgreiche Frau aufgrund von Äußerlichkeiten kritisieren, bei Männern in ihren Anzug-Uniformen täte man das doch nie, und in Summe schade man damit nur der feministischen Sache. Dem ist entgegenzuhalten: Auch Männer sind Charakterisierungen aufgrund ihrer Kleiderwahl, ihrer Inszenierung und der damit verbundenen Imagebildung ausgesetzt. Und Männer wie Frauen an der Spitze in der Politik setzen diese Mittel in Zeiten von Instagram, twitter und Facebook auch bewusst ein. Es war nie einfacher, sich und sein Image auf den Kanälen der Sozialen Medien selbst zu vermarkten.
Interessant ist, dass sich in der Charakterisierung von Frauen an der Macht gewisse Klischees und Archetypen immer wieder wiederholen. Von der „Mutter der Nation“, wie sie schon die Regentinnen Maria Theresia von Österreich oder Luise von Preußen in der Vergangenheit repräsentierten. Über die „Kronprinzessin“, ein Begriff, der gerne Frauen zugeschrieben wird, die die Nachfolge mächtiger Männer antreten und von ihnen gefördert wurden, wie etwa die frühe Angela Merkel, die Helmut Kohls „Mädchen“ war. Bis hin zur „Hexe“, zu der starke, emanzipierte Frauen abgestempelt werden wie die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im Wahlkampf 2017. Es gibt den Typus der „schönen Linken“ – denken wir nur an die Deutsche Sahra Wagenknecht oder die ehemalige Chefin der österreichischen Grünen, Eva Glawischnig – genauso wie den der „Trümmerfrau“, die dann auftritt, wenn es aufzuräumen gibt, was Männer in der Politik vor ihr hinterlassen haben.
Aber mit genderspezifischen Zuschreibungen wird auch machtpolitisch gespielt, zum Beispiel von den Rechtspopulisten. Durch die bewusste Inszenierung von Weiblichkeit soll das Image der durchweg als männlich, autoritär und angriffig wahrgenommenen rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien sanfter werden.  ... [mehr] http://www.ipg-journal.de/schwerpunkt-des-monats/frauen-in-der-politik/artikel/detail/maechtig-weiblich-2585/

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