Montag, 5. Februar 2018

Soll der Booker Amerikaner wieder ausschließen? / Wieland Freund

Dass sich unter Großbritanniens Verlegern viele Brexiteers befänden, ist nicht zu vermuten. Büchermacher sind weltoffen qua Amt; London, wo sich die britische Verlagsszene zusammenrottet, ist keine Hochburg des Isolationismus; und weil Verleger wie alle Leser zur Skepsis neigen, dürften sie, als auf der Insel über den Austritt aus der EU abgestimmt wurde, auch nicht auf die populistischen Parolen eines Nigel Farage reingefallen sein.
Umso bemerkenswerter ist, dass unter Großbritanniens Verlegern gerade ein Schreiben kursiert, über dem auch „Britain first“ stehen könnte oder, wie damals während der Brexit-Kampagne: „Take back control!“
Dabei geht es eigentlich bloß um einen Literaturpreis, wenngleich einen der bekanntesten der Welt. Der Booker-Preis zeichnet seit 1969 Jahr für Jahr den besten im Königreich erschienenen englischsprachigen Roman aus; mit seiner medienwirksamen Dramaturgie, die zuerst die Veröffentlichung einer Longlist, dann einer Shortlist und schließlich des Preisträgers vorsieht, ist er unter anderem das Vorbild für den Deutschen Buchpreis gewesen, der sich mit Booker-Methoden schnell zum wirkmächtigsten deutschen Literaturpreis gemausert hat. Bis 2014 war der Booker Autoren des Commonwealth vorbehalten; seither steht er auch amerikanischen Autoren offen. ... [mehr] https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article173187526/Britischer-Literaturstreit-Soll-der-Booker-Amerikaner-wieder-ausschliessen.html

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